Längst vergangen sind die Zeiten, in denen man Fischgräten zum Nähen benutzte oder Nadeln aus spitzen Knochen fertigte. Im 14. Jahrhundert gelang erstmals die Herstellung einer Nadel aus Stahldraht, doch noch immer blieb das Nähen Handarbeit.

Eine Idee macht Geschichte

alte Singer Nähmaschine

alte Singer Nähmaschine (Flickr.com / pizzodisevo)

Mitte des 18. Jahrhunderts tüftelte man an einer maschinellen Umsetzung der Nähbewegung. 1790 meldete schließlich der Engländer Thomas Saint die erste arbeitsfähige Nähmaschine zum Patent an. Die hölzerne Maschine verfügte über eine Gabelnadel und konnte Kettenstiche nähen.

Der Deutsche Balthasar Krams entwickelte um 1800 die erste Kettenstichnähmaschine mit einem Öhr an der Nadelspitze und einem gesteuerten Greifhaken. Barthélemy Thimonnier gilt als erster Nähmaschinenfabrikant der Welt. Er konstruierte um 1830 die Couseuse, das Basismodell heutiger Nähmaschinen. Es war der noch heute bekannte Hersteller Isaak Merritt Singer, der die Nähmaschine endgültig populär machte und sie erfolgreich vermarktete.

Der Siegeszug der Haushaltsnähmaschine

Anfangs waren Haushaltsnähmaschinen den industriellen sehr ähnlich, doch ihre Entwicklung schlug schnell eine andere Richtung ein. Während Industriemaschinen für spezielle Anforderungen der Textilindustrie ausgelegt waren, standen bei den Haushaltsnähmaschinen andere Schwerpunkte im Vordergrund: Sticken, Stopfen, das Erzeugen von Knopflöchern und der „Nutzstich“ konnten nun maschinell erledigt werden, was der Hausfrau die Näharbeiten erleichterte.

alte Pfaff Nähmaschine

alte Pfaff Nähmaschine (Flickr.com / Maureen Didde)

Mit der Koffernähmaschine trat eine leichte, platzsparende Variante ihren Siegeszug an. Auch die Herstellungskosten konnten gesenkt werden, was einerseits die einst teuren Geräte für jedermann bezahlbar machte. Andererseits zeigten sich bald negative Auswirkungen auf die Lebensdauer der Maschinen, auch die Präzision der Stiche litt unter den Veränderungen.

Selbst heute, in einer Zeit preiswert verfügbarer Kleidung, bringt die Nähmaschine im Privatgebrauch große Vorteile:

  • hochwertige Näharbeit
  • Spaß daran, selbst Mode zu entwerfen und zu fertigen
  • passgenauer Sitz durch selbstgenähte Kleidung
  • günstige, individueller Kleidung, die sich von der Stangenware abhebt
  • leichte Ausbesserungs- und Änderungsarbeiten

Für manche mag es schwierig sein, den Umgang mit dem Gerät zu erlernen, dennoch entlohnen gespartes Geld und Näherfolge für alle Mühen.

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